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Die finanzielle Verflechtung von Staat und Kirche

r.k. = römisch-katholisch
ev. = evangelisch

 

  1. Kirchensteuereinnahmen 2000: 17,480 Milliarden DM netto (davon r.k.: 9,164; ev.: 8,316 Mrd.)

Ausgaben (lt. kirchl. Angaben, gerundet):

Pfarrer u.a. kirchl. Personal:  60-70 % (r.k.: knapp 60%; ev.: über 70%)
Sachkosten, Verwaltung:  ca. 10 %
Kirchenbauten: ca. 10 %
"Schule und Bildung": ca. 10 % (r.k.) (ev. für beide Bereiche insgesamt nur ca. 10%)
"Soziales und Caritatives" ca. 10 % (r.k.)

                           

davon Ausgaben für öffentliche soziale und Bildungsaufgaben:

r.k. Kirche: 8 - 9 %
ev. Kirche: 6 - 7 %

 

Summe der Aufwendungen für öffentliche soziale Leistungen : ca. 1,2 Milliarden DM

 

  1. Öffentlicher Finanzierungsanteil bei Sozialeinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft
    (Betriebskosten; zusätzliche freiwillige Zuschüsse der Kommunen nicht mitgerechnet):
Kindergärten (Bayern) 80 %
(Kommune und Land je 40 %; ohne 15 % Elternbeträge)
Kindergärten
(im Bundesdurchschnitt)
Kommune/Land: 75 %
Eltern 15 %
Kirche 10 %
Schulen (in Bayern) 90% (Grund-, Haupt- und Sonderschulen 100%)
Krankenhäuser 100% (durch Kassensätze; Investitionen zu 100% vom Staat)
Altenheime 100% (ähnliche Regelung wie Krankenhäuser)

 

  1. Öffentliche Finanzierung innerkirchlicher Einrichtungen
kirchlicher Religionsunterricht an öffentlichen Schulen (bundesweit) 4 800 Mio.DM
Priester- u. Theologenausbildung an Universitäten sowie Unterhalt kirchlicher Fachhochschulen 1 100 Mio.DM
Staatszuschüsse aufgrund von Konkordaten u. Kirchenverträgen 1 400 Mio.DM
Seelsorge an öffentlichen Einrichtungen (Militär, Polizei, Gefängnis, Anstalten) 130 Mio.DM
Denkmalschutz für Kirchenbauten (nur Bund und Länder) 270 Mio.DM
Ausgaben öffentlicher Rundfunkanstalten für rein kirchliche Sendungen 300 Mio.DM
Steuereinbußen wegen unbeschränkter Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer (laut Subventionsbericht der Bundesregierung) 6 700 Mio.DM

Zwischensumme 14 700 Mio.DM
= 14,7 Milliarden DM

 

Nicht enthalten sind Zuschüsse von Kommunen, Kreisen, Bezirken, der Bundesanstalt für Arbeit (ABM-Stellen) und vom Bundesamt für den Zivildienst, das ca. 70 % der Kosten von Zivildienstplätzen trägt. Die Wohlfahrtsverbände sparten 1988 durch Zivis 2,2 Milliarden DM; Caritas und Diakonisches Werk profitierten davon zu rund 40 % (vgl. Frankfurter Rundschau, Dokumentation, 17.3.89). Die Auflistung zu 3) ist unvollständig, weil niemals alle Haushaltsposten nach versteckten Zuschüssen an die Kirchen zu durchforsten sind. Allein die Subventionen der über 15.000 Kommunen werden auf über 5 Milliarden DM geschätzt, so dass aus allgemeinen Steuern mehr für innerkirchliche Zwecke ausgegeben wird als über die Kirchensteuern. Das heißt: Alle Steuerzahler - Kirchenfreie wie Mitglieder - finanzieren interne Kirchenangelegenheiten mit einem Betrag mindestens in Höhe der Kirchensteuer.

(Stand: 18.12.2001; verantwortlich: Gerhard Rampp, Bund für Geistesfreiheit Augsburg)


Juli 2002  Der Humanist
erstellt von
Heike Jackler